Was darf`s zu trinken sein? Wasser natürlich. Aber welches ?
Mit oder ohne Kohlensäure ist nicht der einzige Unterschied.
Zwischen 35 und 40 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm seines Körpergewichts braucht der Mensch am Tag. Bei einer Frau mit 60 Kilo sind das zwischen 2,1 und 2,4 Liter. Die müssen nicht komplett getrunken werden, wir nehmen ja auch mit der Nahrung Flüssigkeit auf. Als Richtwert empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung täglich mindestens 1,5 Liter zu trinken. Viel mehr bringt übrigens im Normalfall nichts, sagen die Forscher nach Auswertung von Studien. Zusätzlichen „Treibstoff“ braucht der Körper allerdings bei Hitze und/oder Ausdauersport. Beim Joggen sind es je nach Temperatur und Belastung 0,5 bis 1 Liter pro Stunde. Optimal: Schon vor dem Start ca. 0,3 Liter „tanken“, den Rest übers Training verteilen. Und nicht mehr als 0,5 Liter auf einmal trinken., größere Mengen kann der Körper schlecht verarbeiten, ganz abgesehen vom störenden „Wasserbauch“ beim Sport. Womit man sein Flüssigkeitslevel erreicht, ist natürlich Geschmackssache. Wem Wasser pur zu langweilig ist, der kann zu aromatisierten Sorten greifen, Kräutertee daraus machen oder einen Schuss Saft hineingeben. Aber auch Wasser ohne Geschmack ist nicht gleich Wasser.
Leitungswasser besteht aus Grund- und Oberflächenwasser, z.B. aus Flüssen und Seen. Es gibt verschiedene chemische Reinigungsverfahren und Hilfsstoffe zur Aufbereitung. Deshalb variiert die Qualität von Ort zu Ort. Doch die Kontrollen in Deutschland sind so streng, dass unser Trinkwasser fast überall gut ist. Wer sicher gehen will, fragt bei seinen Stadtwerken nach. Vorsicht ist nur bei sehr alten Leitungen im Haus geboten – dann kann das Wasser Spuren von Blei oder Kupfer enthalten. Im Prinzip ist Leitungswasser ein guter, günstiger Durstlöscher, versorgt den Körper aber nicht ausreichend mit Mineralstoffen. 1 Liter deckt z.B. den Tagesbedarf an Magnesium im Schnitt nur zu 3 Prozent. Beim Mineralwasser können es bis zu 25 Prozent sein.
Mineralwasser ist ein Naturprodukt, entstanden aus Niederschlag, der versickert ist und sich im Lauf von Jahrhunderten durch die verschiedenen Kies-, Sand- und Gesteinsschichten gearbeitet hat. Auf dem langen Weg wird es gefiltert und mit Mineralstoffen und Spurenelementen angereichert. Welche das sind und wie viele, hängt unter anderem von der Region ab. Deshalb schmecken die Sorten auch unterschiedlich. In Deutschland gibt es rund 500 verschiedene Marken von über 200 Brunnen. Wasser mit sehr geringem Mineralstoffgehalt hat weniger als 50 mg/Liter, mit geringem weniger als 500 mg/Liter und mit einem hohen mehr als 1500 mg/Liter. Welcher Mix an Mineralstoffen und Spurenelementen einem guttut, hängt von der individuellen Situation ab. Wer z.B. viel Stress hat, der sollte zur Nervenstärkung ein Wasser mit mindestens 50mg/Liter Magnesium wählen. Sportler schwitzen viel und brauchen deshalb mehr Natrium. Gut ist dann ein Mineralwasser mit mehr als 200 mg/Liter. Kohlensäure ja oder nein ? Das bleibt im Prinzip jedem selbst überlassen. Ein empfindlicher Magen verträgt allerdings Wasser mit weniger Kohlensäure besser. Glas- oder Plastikflasche ? Spielt nur bei längerer Lagerung eine Rolle, dann können die PET-Flaschen Kohlensäure verlieren.
Tafelwasser ist Leitungswasser, das mit Kohlensäure und einem Mix aus Mineralien angereichert wurde. Für die Mischungsverhältnisse gibt es keine Vorschriften. Tafelwasser muss auch den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung entsprechen und unterliegt der Lebensmittelkontrolle. Es muss nicht unbedingt schlechter als Mineralwasser schmecken.
Quellwasser stammt aus unterirdischen Wasservorkommen und darf nur direkt am Quellort abgefüllt werden. Kohlensäure kann entzogen oder zugesetzt werden. Quellwasser ist ein guter Durstlöscher, enthält aber kaum Mineralstoffe
Heilwasser gehört zu den ältesten Naturheilmitteln. Es wird aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Quellen abgefüllt und enthält besonders viele Mineralstoffe und Spurenelemente. In Deutschland gibt es zurzeit 58 verschiedene Heilwässer; ein Verzeichnis mit Inhaltsstoffen finden Sie unter www.heilwasser.com
Heilwasser fällt unter das Arzneimittelgesetz und muss eine vorbeugende, lindernde oder sogar heilende Wirkung durch ein wisssenschaftliches Gutachten nachweisen. Gegen Sodbrennen hilft z.B. eines mit viel Hydrogencarbonat. Ein Mix aus Hydrogencarbonat, Calcium und Magnesium bringt den Kreislauf wieder in Balance und kann Bluthochdruck lindern. Auch bei Diäten kann es sinnvoll sein, Heilwasser zu trinken. Es entschlackt nicht nur, sondern liefert auch ausreichend Mineralstoffe und Spurenelemente, die dem Körper durch die reduzierte Ernährung fehlen können.